Buß- und Bettag

Umkehr und Demut

Raupe auf einem Blatt

Umkehren, die Richtung wechseln - dazu ermutigt der Buß- und Bettag

Bild: iStockPhoto / JulieJJ

Die kollektive Buße eines ganzen Volkes hat in der Bibel eine lange Tradition, die vom Alten Testament bis zu den Evangelien reicht.

In Jesu Verkündigung nimmt die Bußpredigt eine zentrale Rolle ein: Sie meint Umkehr und Demut, aber auch ein kritisches Hinterfragen der religiösen Gegebenheiten.

Die evangelische Kirche führt den Buß- und Bettag erstmals in Straßburg im Jahr 1532 als Reaktion auf die Türkenkriege ein, in den darauffolgenden Jahrhunderten setzt er sich zunehmend auch in anderen Regionen durch und wird im Jahr 1934 dann schließlich zum evangelischen Feiertag.

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Jährliche Kampagne

Seit 1995 ist der Buß- und Bettag in Deutschland, mit Ausnahme des Bundeslandes Sachsen, kein regulärer Feiertag mehr. Das hat sozialpolitische Hintergründe: Denn die Bundesregierung schaffte ihn im Jahr 1995 mit der Begründung ab, damit die Pflegeversicherung finanzieren zu können. In den Kirchen hat dieser Tag zum Innehalten, zur Neuausrichtung und für das Gebet dennoch weiterhin eine hohe Bedeutung. Viele Gemeinden laden am Abend des Tages zu Andachten oder Gottesdiensten ein.

Die bayerische Landeskirche hat sich seit 2008 der jährlichen Buß- und Bettagskampagne der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck angeschlossen. Mit Plakaten, ansprechenden Broschüren mit Texten, Gebeten und Bildern, Gottesdienstentwürfen, sowie mit einer eigenen Homepage werden die Gemeinden unterstützt sowie die persönliche Auseinandersetzung angeregt. Aktuelle Themen in den vergangenen Jahren waren unter anderem: "EhrlIch" (2008), "Was zählt noch?" (2009), "Geschlossen Gesellschaft" (2012) und "Machtlos?" (2015).


08.11.2016 / Kerygma