Advent

Bräuche

Adventskranz

Untrennbar mit der Adventszeit verbunden: der Adventskranz

Bild: iStockPhoto / MKucova

Hohe Feiertage sind mit untrennbar verbunden mit schönen Bräuchen – und je kälter es draußen ist, umso heimeliger werden sie. Deshalb ist die Adventszeit voll davon!

Zu den Adventswochen gehört der Adventskranz mit den Kerzen für die vier Adventssonntage einfach dazu. Der Kranz, in sich gerundet wie ein Kreis, versinnbildlicht Harmonie, Ganzheit und Unendlichkeit. Das Grün der Zweige ist ein Zeichen für Hoffnung und Erwartung. Finsternis und Tod, von vielen Menschen in der dunklen Jahreszeit als besonders bedrängend empfunden, haben nicht das letzte Wort.

Der Adventskranz weist mit seinen vier Kerzen auf das Licht hin, das Christus in die Welt gebracht hat. 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im Betsaal des „Rauhen Hauses“ in Hamburg zum ersten Mal einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten und vier dicke weiße für die Sonntage.

Kalender und Stiefel, gefüllt mit süßen Kleinigkeiten

In die Adventszeit fällt auch der Nikolaustag am 6. Dezember. Er erinnert an den Bischof Nikolaus von Myra in Kleinasien, der um das vierte Jahrhundert nach Christus gelebt hat, vor allem in den Kirchen des Ostens wegen seiner Menschenfreundlichkeit und Freigebigkeit sehr verehrt wird und dessen Todestag auf den 6. Dezember des vierten Jahrhunderts gefallen sein soll.

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Der heilige Nikolaus galt als Helfer in der Not. Eine Legende besagt, dass er eines Nachts drei arme Schwestern mit Gold beschenkt haben soll, indem er die Goldklumpen durch ihr Fenster warf und sie somit vor harter Arbeit bewahren konnte, zu der ihr Vater sie zwingen wollte. Daher soll der Brauch stammen, einen Stiefel am Vorabend des Nikolaustages vor die Tür zu stellen, der von lieben Angehörigen mit süßen Leckereien oder anderen hübschen Kleinigkeiten in der Nacht gefüllt wird.

1535 hat Martin Luther die bis dahin am Nikolaustag übliche Bescherung der Kinder auf Weihnachten verlegt. Die Geschenke stellen seitdem keine Belohnung für besonders braves und fleißiges Verhalten mehr dar. Sie sollen stattdessen ein Sinnbild sein für das Geschenk, das Gott den Menschen mit seinem Sohn macht.

Schokolade, Glühwein, bunte Bilder

Insbesondere für Kinder gibt es seit 1908 gedruckte Adventskalender verschiedenster Ausprägung, seit 1920 mit 24 zu öffnenden Türen. Einen Adventskalender vom 1. Dezember an täglich Türchen für Türchen zu öffnen, sich an bunten Bildern oder einen Stück Schokolade zu erfreuen, die sich hinter den Türen verbergen und sich so die Zeit bis Heiligabend zu verkürzen, hat feste Tradition.

Ebenfalls heiß begeht während der Adventszeit: Glühwein! Während eines Weihnachtsmarktbesuches wärmen die Menschen liebend gerne ihre rotgefrorenen Hände an einem dampfenden Becher mit einer Mischung aus Rotweinen, gewürzt mit Orangen- und Zitronenschalen und Anis, Piment, Kardamon, Zimt, Nelken und Muskat – das gehört einfach dazu.


13.08.2014 / ELKB